Circular Economy - Lösen wir so unser Müllproblem?

Circular Economy

Wir produzieren Produkte aus natürlichen Ressourcen. Wir kaufen und konsumieren diese - und am Ende schmeißen wir sie weg. Wir wirtschaften linear. Der Produktlebenszyklus scheint nach dem Wegwerfen vorbei zu sein.  Und was ist das Ende vom Lied? Genau - eine Erde, die in Müll versinkt. Es ist fast selbsterklärend, dass dies kein nachhaltiger und langfristig tragbarer Ansatz sein kann. Unser Denken muss sich grundlegend ändern.

Wir haben ein Müllproblem

Jede*r Einwohner*in verursacht im Schnitt 557 kg Müll (2017) in Deutschland - im Jahr 2000 waren es ganze 100 kg weniger! Allein 226,5 kg davon macht Verpackungsmüll aus. Und davon wird der Großteil leider nicht wiederverwertet. Stattdessen wird der Müll verbrannt und mehr schlecht als recht recycled. (Was in unserem  Recyclingsystem schief läuft, kannst du hier nachlesen.) Und so landen nicht unerhebliche Mengen Plastik im Meer, sodass es laut Expert*innen im Jahr 2050 mehr Plastikabfälle als Fische in den Weltozeanen geben soll.

Abfall Müllaufkommen in Deutschland lineares Wirtschaftssystem

Unser lineares Wirtschaftssystem trägt also massiv zur Umweltverschmutzung, zum Klimawandel und zur Erschöpfung endlicher Ressourcen bei. Wie lange kann unsere Erde dieses System noch halbwegs tragen?

Wir müssen anfangen, in Kreisläufen zu denken

Daher ist es das Ziel der Kreislaufwirtschaft, natürliche Rohstoffe ressourceneffizient und nachhaltig zu verwenden. Dabei werden Rohstoffe innerhalb von Kreisläufen so wiederverwertet, sodass kein Abfall entsteht. Und das Konzept steht dabei absolut nicht wirtschaftlichem Wachstum entgegen. Die Europäische Kommission schätzt sogar, dass eine erfolgreiche Implementierung einer EU-weiten Circular Economy bis 2030 Ersparnisse von ganzen 600 Milliarden Euro und zwei Millionen neue Jobs mit sich bringen würde. Der Ansatz klingt also vielversprechend in jeglicher Hinsicht.

Kreislaufwirtschaft Circular Economy Recycle

 

Circular Economy  - ein ganz neumodischer Ansatz? Nicht ganz. Denn wenn wir genau hinschauen, lebt uns die Natur seit ihrer Entstehung nichts anderes vor. Oder hast du schon einmal ein Müllfahrzeug gesehen, das heruntergefallene Laubblätter abtransportiert?


Laubbaum Kreislaufwirtschaft

Die Natur macht es uns vor. Dort gibt es keine Abfälle.

Wer ist verantwortlich?

Die Implementierung von Circular Economy ist nämlich gar nicht so einfach. Wusstest du beispielsweise, dass die Abfallwirtschaft nicht einmal darauf vorbereitet ist, neue und immer kommende Materialien, wie z.B. Material aus Algen, zu verwerten? Selbst Bio-Müllbeutel sind nicht komplett biologisch abbaubar. Das macht es für Konsumierende unheimlich schwer, in der Materie überhaupt durchzusteigen.

Aber es gibt auch kaum Anreize im System. Weder für Unternehmen, noch für die Abfallverwertungswirtschaft, in Kreisläufen zu denken, geschweige denn zusammen zu arbeiten.

Vielleicht wäre es eine Lösung, Kreislauf einmal andersherum zu denken - nämlich vom Müll zum Produkt. Dass Unternehmen sich bereits vor der Produktentwicklung damit beschäftigen, was mit dem Produkt nach seiner Nutzung passiert. Oder gar selbst für die Verwertung verantwortlich sind.

Daher ist es ganz klar Aufgabe der Politik, neue Gesetze zu entwerfen und Anreize zu schaffen, um den Kreislaufgedanken in unserem Wirtschaftssystem voran zu bringen und schädliches Verhalten zu bestrafen.

Das alles wird aber nur wirksam, wenn wir Konsumierende dieses System auch annehmen und leben. Du entscheidest über deinen Konsum. Du entscheidest, was mit deinem Müll passiert - indem du ihn richtig trennst oder recyclest.  

Das kannst Du tun

Das Wichtigste ist, dass Du dir dessen bewusst bist, dass du die ökologische Verantwortung nicht damit abgibst, indem du ein Produkt entsorgst. Informiere Dich und bringe dich aktiv ein, indem du selbst anfängst in Kreisläufen zu denken. Du bist für deinen Konsum allein verantwortlich. Muss es schon wieder ein neues Kleidungsstück sein oder gibt´s das vielleicht auch Second Hand? Gehört der Schuh in den Müll oder lässt der sich auch reparieren? Brauche ich ein eigenes Auto oder funktioniert für mich auch CarSharing? 

Kurz zusammengefasst: Reduce. Reuse. Recycle. 

 

Quellen: 

https://reset.org/knowledge/denken-kreislaeufen-die-circular-economy-als-schluessel-fuer-nachhaltiges-wirtschaften-072

https://www.umweltbundesamt.de/daten/ressourcen-abfall/abfallaufkommen#textpart-3





 


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