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Food Waste - das ist doch für die Tonne

“Iss gefälligst auf, die Kinder in Afrika müssen hungern.” Diesen Satz hast du als Kind sicherlich auch schon einmal gehört. Auf der gesamten Erde hungern über 800 Millionen Menschen. Das sind ganze 11%. Paradoxerweise gibt es eigentlich genügend Lebensmittel für alle. Doch eine unglaubliche Menge landet unnötigerweise auf dem Müll? Woran das liegt erfährst du hier.


Food Waste - das ist doch für die Tonne


Eigentlich wollte ich doch diese Woche etwas mit Karotten kochen - ach Mist, die bekommen leider schon Beine.

Du kennst das sicher auch, du vergisst, was du eigentlich alles im Kühlschrank zu liegen hast und musst sie - immerhin mit schlechtem Gewissen - wegwerfen.

Das landet in der Tonne

Pro Minute landen in Deutschland 19 Tonnen Lebensmittel nämlich schlichtweg im Müll. Anders gesagt, existiert ein ganzes Drittel der Lebensmittel nur, um dann doch wieder weggeschmissen zu werden. Damit wird also weltweit eine Fläche, die ungefähr der Größe Mecklenburg Vorpommerns (2,6 Millionen Hektar) entspricht, quasi umsonst landwirtschaftlich bewirtschaftet. In Zahlen sind es also 750 Milliarden US-Dollar Kosten, die weltweit völlig umsonst entstehen.


Weltweiter Food Waste in Zahlen


Wo der Müll anfällt

Ganze 61% der gesamten Lebensmittelverschwendung gehen auf den Nacken der Lebensmittelproduzenten.

In der nachfolgenden Grafik siehst du, wie viele Lebensmittel auf dem Weg vom Feld auf den Teller auf der Strecke bleiben.


Hier fällt Food Waste an


14% gehen auf Ernte- und Nachernteverluste zurück, die oft schwer vermeidbar sind. Zum einen können Lebensmittel bei Transport und Lagerung z.B. durch Schädlinge unbrauchbar gemacht werden.

Große Verluste entstehen auch bei der Weiterverarbeitung der Lebensmittel (14%), u.a. dadurch, dass nicht alle Lebensmittel den Normen entsprechen. Und auch im Einzel- und Großhandel, wenn Produkte also schlichtweg nicht abgesetzt werden, entstehen ähnlich große Verluste. Zuletzt ist die Gastronomie aufzuführen, auf die nochmal knapp 20% der Lebensmittelverschwendung zu verbuchen ist. Die privaten Haushalte sind nur zu knapp 40% schuld am Food Waste.


Dem muss ein Ende gesetzt werden

Tatsächlich könnte die Hälfte der Lebensmittelabfälle vermieden werden! Das Problem ist, dass sich die Bundesregierung sich zu stark auf die Endverbraucher konzentriert, obwohl gut 60% gar nicht auf diese zurückgehen. Vielmehr müsste Unternehmen eine gute fachliche Praxis vermittelt werden, um der Lebensmittelverschwendung den Kampf anzusagen.

Ein gutes Beispiel ist Frankreich. Dort gibt es seit 2016 eine gesetzliche Grundlage dafür, dass Lebensmittelabfälle in Supermärkten schlichtweg verboten sind. Nicht verkaufte Lebensmittel werden nun an gemeinnützige Organisationen oder die Tafel gespendet. Falls Lebensmittel dann doch weggeschmissen werden und dies aufgedeckt wird, droht den Supermärkten eine saftige Strafe. Nicht verkaufte Lebensmittel werden nun an gemeinnützige Organisationen oder die Tafel gespendet.


Die Lage ist, wie du siehst, prekär. Es müsste geeignete Gesetze geben, um der Lebensmittelverschwendung auf Produzentenseite den Riegel vorzuschieben.

Was du selbst aber tun kannst, erfährst du in Teil 2 des Blogposts.

 

 

Quellen

https://www.welt.de/wirtschaft/article164926260/Warum-Reiche-immer-weniger-fuer-Essen-ausgeben.html

https://www.wwf.de/2018/mai/bis-heute-fuer-den-muell/

https://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/WWF_Studie_Das_grosse_Wegschmeissen.pdf

https://www.zugutfuerdietonne.de/warum-werfen-wir-lebensmittel-weg/wie-viel-werfen-wir-weg/

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/lebensmittel-verschwendung-containern-1.4331886




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