Wie nachhaltig ist das Internet?

Wie nachhaltig ist das Internet?

Von Can Lewandowski

Wie nachhaltig ist das Internet?

Wie nachhaltig ist das Internet?

Das Internet ist schon seit vielen Jahren für fast alle selbstverständlich und als fester Bestandteil nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Und wenn du dir Gedanken über das Thema Nachhaltigkeit und deinen ökologischen Fußabdruck machst, kommen oft Themen wie die Plastikverschmutzung, der (Flug-)Verkehr oder der Fleischkonsum auf. Doch wie nachhaltig ist eigentlich das Internet?

Die Nutzung des Internets und die Digitalisierung nehmen immer mehr zu und ermöglichen gleichzeitig immer mehr Möglichkeiten. Aber wird die Welt wie erhofft dadurch auch wirklich „grüner“? Eine damit einhergehende Folge ist zum Beispiel die Zunahme der Nachfrage nach Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) und Dienstleistungen, bei dessen Herstellung hohe Mengen an CO2 produziert werden.

Was passiert eigentlich im Internet?

In der folgenden Grafik kannst du dir einen Überblick erschaffen, wie viele Datenmengen pro Minute im Internet konsumiert werden – mit erheblichen Folgen für unsere Umwelt.

60 Sekunden im Internet

 

Viele von uns wissen dabei nämlich gar nicht, dass durch jeden Klick im Internet, jedes Musik- oder Videostreaming und jede E-Mail CO2 produziert wird. 

Die Erklärung ist relativ simpel: Rechenzentren

Alles, was du im Internet treibst, verursacht Datenmengen, die verarbeitet werden müssen. Dafür wandern die riesigen Datenmengen durch Rechenzentren und ihre Server. Problematisch dabei: Um die enormen Datenströme zu verarbeiten, ist eine Menge Strom nötig. Dabei entsteht Wärme. Allerdings wird zusätzliche Energie zum kühlen und lüften der Server hinzugeführt, damit diese nicht überhitzen. Da die wenigsten Rechenzentren mit erneuerbaren Energien betrieben werden, entsteht bei dem Datenverarbeitungsprozess eine kritische Menge an CO2.

Pro Googlesuche werden beispielsweise 0,2 Gramm CO2 produziert. Bei 64.000 Suchanfragen pro Sekunde kannst du dir vorstellen, dass allein durch googlen eine große Menge an CO2 pro Tag produziert wird. Gleiches gilt auch für Musik- und Videostreaming oder das Versenden von E-Mails, vor allem mit Dateien im Anhang. Allein in den Jahren 2015 und 2016 wurden durch Musikstreamingdienste etwa zwischen 200 und 350 Kilogramm CO2 verursacht. Verglichen zu den CO2-Emissionen der Produktion und Entsorgung von CDs oder Schallplatten, ist die Nutzung von Streamingdiensten wie zum Beispiel Spotify oft klimaschädlicher.

Betrachtet man nun das Videostreaming kommt man bei einer Stunde Videostreaming auf den gleichen CO2-Ausstoß wie eine ein Kilometer lange Autofahrt. Im Jahr 2018 verursachte das Video-Streaming weltweit mehr als 300 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Das entspricht der Menge, die das gesamte Land Spanien in einem Jahr ausstößt. Das Versenden einer E-Mail verursacht ungefähr 1 Gramm CO2, bei einer Gesamtzahl von ungefähr 1 Milliarde E-Mails in Deutschland pro Tag entstehen 1.000 Tonnen CO2. Und das ausschließlich in Deutschland. Pro Tag.

Konsequenz = Keine Internetnutzung mehr?

Natürlich heißt das jetzt nicht, dass Internetnutzung ausschließlich schlecht ist und du keine Inhalte im Internet mehr konsumieren solltest. Schaffe dir stattdessen ein Bewusstsein dafür, wie du möglichst nachhaltig konsumieren kannst.

Wir haben dir dafür ein paar Tipps zusammengestellt:

 Tipps für Nachhaltigkeit im Internet

Wichtig ist: Jede*r Einzelne kann etwas dazu beitragen, bewusst zu konsumieren und so Energie bei der Internetnutzung einzusparen. Und wie bei vielen anderen Dingen auch gilt: Weniger ist mehr!

 

Quellen: 

https://reset.org/knowledge/der-digitale-fussabdruck

https://www.zdf.de/nachrichten/heute/klickscham-wie-viel-co2-e-mails-und-streaming-verusachen-100.html

https://utopia.de/ratgeber/streaming-dienste-klima-netflix-co2/

 

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