Müll: Das Problem der Wegwerfgesellschaft

Müll als Ressource

Das Thema Plastik ist heutzutage allgegenwärtig. Ohne die Entdeckung des Kunststoffes wären viele Entwicklungen, unter anderem im medizinischen Bereich, in den vergangenen Jahrzehnten nicht möglich gewesen. Genau daraus ist aber auch die Unmenge an Müll entstanden, jährlich etwa 38 kg pro Kopf in Deutschland. Wieso das problematisch ist und was das mit dir zu tun hat? Die Antwort findest du hier.

Wo fällt eigentlich der meiste Müll an?

Müll entsteht, sobald Produkte oder Materialien nicht mehr benötigt werden. Die Nutzungsdauer ist eine entscheidende Kenngröße. Ein Blick in den eigenen oder öffentliche Mülleimer verrät schnell, welche Produkte im Alltag die kürzeste Nutzungsdauer haben: Verpackungen und Einwegprodukte. Das wichtigste Verpackungsmaterial: Plastik. Während Plastik im Bausektor durchschnittlich 35 Jahre im Einsatz ist, haben Verpackungen eine Nutzungsdauer von gerade mal 6 Monaten*, teilweise sogar weniger als 1 Monat. Im Anschluss landen sie im Müll.

Plastikatlas Nutzungsdauer Plastik Verpackungen Infografik

Quelle: PLASTIKATLAS | Appenzeller/Hecher/Sack, CC BY 4.0

War das schon immer so?

Wenn man in die Geschichte schaut, wurde Plastik bis in den 1950ern noch als wertvolles Material behandelt. Produkte waren auf eine lange Nutzungsdauer ausgelegt und wurden oftmals unverpackt verkauft. Coca-Cola war bis 1978 in der Glasflasche erhältlich. Erst als die Konsumgüterindustrie die Vorteile von Plastik für sich entdeckt hatte, entwickelte sich ein Lebensstil und -standard, der immer mehr Abfall produziert. Die Industrie spart hierdurch Geld und vereinfacht Lieferketten. Konsumierende werden bequem und sparen sich den Aufwand, Flaschen und Verpackungen zurückzubringen. Wer dabei in Vergessenheit gerät: unsere Natur, die das Konzept Müll nicht kennt.

Einweg ist kein Weg

Wenn Bequemlichkeit siegt, haben wir bald keinen Planeten mehr, auf dem wir leben können. Bis 2050 bräuchten wir zwei Erden, um natürliche Ressourcen wie gehabt weiter zu nutzen. Jede*r Konsumierende kann etwas dazu beitragen, dass sich das Müllaufkommen wieder reduziert: Einwegprodukte vermeiden. Weggehen von Produkten, die enorm viele Ressourcen benötigen, aber nur wenige Minuten im Einsatz sind. Den Alltag wieder entschleunigen und bewusst konsumieren, statt on-the-go. Und sich nicht darauf ausruhen, dass Recycling und eine gute Mülltrennung das Problem lösen werden, denn in Realität landet nur ein Bruchteil des Mülls im Recycling.

*Quelle: PLASTIKATLAS | Appenzeller/Hecher/Sack, CC BY 4.0