Eine kurze Geschichte über die Entstehung von Plastik

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Produkte aus Plastik sind heutzutage ein fester Bestandteil in allen alltäglichen Aspekten des Lebens. Pro Jahr werden weltweit mehr als 400 Millionen Tonnen Plastik produziert. Aber weißt du, was genau Plastik eigentlich ist? Hier erfährst du, wie Plastik entsteht und wie es dazu kam, dass die Produktion von Plastik immer mehr anstieg.

Was ist Plastik?

Plastik ist nichts anderes als Kunststoff und Kunststoffe sind Materialien synthetischen Ursprungs. Diese werden aus dem fossilen Rohstoff Erdöl hergestellt bzw. durch eine Abfolge chemischer Reaktionen, genannt Polymerisation. Die Herstellung von Kunststoffen mit variablen Eigenschaften wird durch verschiedene Formen der Polymerisation ermöglicht.

Aufgrund der verschiedenen Eigenschaften sind sie geeignet für eine breite Vielfalt von Produkten: sie sind leicht, langlebig, preiswert und robust. Ebenso können sie hart oder weich oder zum Beispiel flexibel oder fest sein. Zusatzstoffe, sogenannte Additive, werden Kunststoffprodukten beigemischt, um gewisse Eigenschaften, wie beispielsweise die Langlebigkeit und Wärmestabilität zu verbessern. Das können Weichmacher, Farbstoffe oder Flammschutzmittel sein.

Zwar können die Eigenschaften der Kunststoffe durch Additive optimiert werden, sie schaden aber sowohl der Umwelt als auch deiner Gesundheit. Durch verschiedene Einflüsse wie zum Beispiel Sonne oder Reibung können sie freigesetzt werden und dabei z.B. in Wasser übergehen. Ein weiteres Problem ist die Freisetzung während des Recyclings.

Seit wann gibt es Plastik?

Die Produktion von Kunststoffen verlief in drei verschiedenen Perioden, wobei die dritte davon noch nicht abgeschlossen ist. Mit der Kunststofferfindung bis 1950 begann die erste essentielle Periode. Sie wurden getestet, optimiert und als neue Materialien vermarktet, wodurch ein erster Wachstumsschub stattfand.

In der zweiten Periode zwischen 1950 und 2000 fand eine Ausdehnung der Verwendung von Kunststoffen weltweit statt und sie wurden auf viele neue Anwendungen ausgeweitet, was folglich zu einem schnellen exponentiellen Wachstum führte. Grund dafür ist vor allem die Industrialisierung und der in den späten 1950er Jahren einsetzende Massenkonsum.

Seit 2000 befindet sich die Kunststoffproduktion in der dritten Periode. Das lineare Wachstum ist mit dem Wirtschaftswachstum gleichzusetzen. Allerdings gibt es erste Anzeichen für einen Wendepunkt in der zukünftigen Phase.

Heutzutage werden hauptsächlich sieben Arten von Kunststoffen verwendet. Dazu gehören: Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyvinylchlorid (PVC), Polystyrol (PS), Polyurethan (PU), Polyethylenterephtalat (PET) sowie Polycarbonat (PC).

Wieso sind Kunststoffe problematisch?

Wie bereits erwähnt sind Kunststoffe erdölbasiert, können nicht biologisch abgebaut werden und können Giftstoffe freisetzen. Das ist vor allem für unsere Umwelt, aber auch für deine Gesundheit problematisch.

Warum gewannen Kunststoffprodukte trotzdem immer mehr Wachstum und Verwendung?

Früher legte man vor allem Wert auf Produkte, die lange haltbar und dauerhaft nutzbar sind. Lebensmittel und Getränke konnten in großen Mengen zum selbstabfüllen gekauft werden, die Verpackungen konnten wiederverwendet oder sogar zurückgegeben werden. Alles wurde so oft es geht wiederverwendet. Als nach Ende des zweiten Weltkrieges auch Kunststoffe sich immer mehr zu einem Massenprodukt entwickelten, wurden sie anfangs noch genauso sorgfältig behandelt. Allerdings stieg der Massenkonsum Ende der 1950er-Jahre immer weiter an. Kunststoffe waren günstig und so nutzte die Industrie die Möglichkeit, Kosten zu senken und die Lieferketten zu vereinfachen: Alle Verpackungen und Flaschen waren nicht mehr wiederverwendbar, sie landeten nach dem Verbrauch sofort im Müll.

Ein Beispiel: Bis ins Jahr 1978 konnte man Coca-Cola in Glasflaschen kaufen. Doch dann führte das Unternehmen die PET-Flasche als Ersatz ein. Allein im Jahr 2019 wurden 88 000 000 000 Einweg-Plastikflaschen von Coca-Cola global produziert.

Das war der Beginn unserer heutigen Wegwerfgesellschaft. Schrittweise erfolgte eine immer weiter fortlaufende Umstellung auf Wegwerfprodukte. Schon Anfang der 1960er-Jahre waren die Mülldeponien und Verbrennungsanlagen von Milliarden von Kunststoffartikeln geflutet. Von diesem Zeitraum an gab es bald keine nachfüllbaren Behälter mehr. Überwiegend alles wurde durch Einwegflaschen und Verpackungen aus Plastik ersetzt wurden. So konnten Lebensmittelhersteller aufgrund der Einweg-Lieferketten weit entfernte Märkte erobern. Weil die Wegwerfmentalität in den westlichen Ländern vor allem für Fortschritt und Modernität stand, folgten immer mehr Entwicklungsländern den Vorgehensweisen.

Heutzutage ermöglichen vor allem Plastikeinwegprodukte den Alltag. Becher, Geschirr und Besteck, Flaschen, Tüten oder auch Strohhalme sind schnell zu einer Basis geworden. Sie sind schnell zu kaufen, bequem in der Nutzung und anschließend einfach im Müll zu entsorgen. Sie stehen sinnbildlich für den Lebensstil in unserer kapitalistischen Wirtschaft.

Die Müllberge werden immer größer. Gleiches gilt für die riesigen Mengen an Kunststoffmüll in den Ozeanen. Verantwortlich dafür ist vor allem unserer Konsumverhalten, zum anderen aber auch die geringe Recyclingquote. In Deutschland beispielsweise beträgt diese nur 16 % (2019).

Was kannst du dagegen tun?

Auch hier gilt: Jede*r kann einen Beitrag leisten! Schau gerne mal bei unserem Artikel über nachhaltige Produkte vorbei. Dort findest du einige Tipps, wie du deinen eigenen Plastikkonsum reduzieren und etwas gutes für unsere Umwelt tun kannst.

Infografik

Geschichte von Plastik EntstehungQuelle: PLASTIKATLAS | Appenzeller/Hecher/Sack, CC BY 4.0