Unsere Materialien im Überblick

Weizenstroh

Was genau steckt in meinem Produkt?

Das ist eine der drei elementaren Fragen, die wir im Wissensbeitrag zum Thema “nachhaltige Produkte” erläutert haben. Im Bereich Lebensmittel ist die Frage leicht zu beantworten - ein Blick auf die Zutatenliste reicht. Bei vielen anderen Produkten muss man sich für die Angabe zum Material manchmal länger auf die Suche begeben. Mit diesem Beitrag möchten wir euch einen Überblick über die Materialien geben, die bei uns zum Einsatz kommen.

Auswahlkriterien

Zugegeben - die Frage nach dem richtigen Material ist sehr komplex und nicht leicht zu beantworten, denn verschiedenste Faktoren sollten berücksichtigt werden. Welche Ressourcen werden benötigt? Müssen hierfür Wälder gerodet werden? Wird der Lebensraum und die Lebensqualität von Menschen und Tieren durch den An- oder Abbau von Rohstoffen beeinträchtigt? Und welche Wege legen die Materialien zurück, bis sie als fertiges Produkt bei mir zuhause sind?

Bei Avoidwaste haben wir uns dazu entschieden, drei wesentliche Grundsätze in den Fokus unserer Produktentwicklung zu rücken:

  1. Erdölfreiheit: Wir haben den Anspruch, Rohstoffe zu finden, die frei von schädlichem und endlichem Erdöl sind. Wieso? Das könnt ihr in unserem Beitrag zum Thema “Erdöl und Auswirkungen auf Mensch und Natur” nachlesen

  2. Recycelte Materialien: Wenn möglich, möchten wir recycelte Materialien nutzen

  3. Recyclingfähigkeit: Damit ein Material in einen Kreislauf zurückfließen kann statt unter Co2 Ausstoß verbrannt zu werden, achten wir darauf, dass unsere Produkte dem ganz normalen Wertstoffkreislauf (in Deutschland der Gelbe Sack oder die Gelbe Tonne) zurückgeführt werden können. Somit wird das Material aufbereitet und kann für weitere Einsatzzwecke weiterverwendet werden, statt als Müll verbrannt zu werden

Weizenstroh Ernte Feld

Materialien

Weizenstroh

Weizenstroh ist ein Nebenprodukt aus der Landwirtschaft. Bei der Ernte von Weizen bleibt das Stroh übrig, welches zu Einlegestroh für Ställe oder zu Produkten weiterverarbeitet werden kann. Die Herstellung ist daher besonders umwelt- und ressourcenschonend. Zudem zeichnet sich das Material dadurch aus, dass es robust und leicht ist, was nicht nur für nachhaltige Lieferketten vorteilhaft ist, sondern sich auch im Alltag positiv bemerkbar macht. Unser Weizenstroh-Material ist biologisch abbaubar in industriellen Bedingungen, also nicht im Garten kompostierbar. Die Herausforderung ist, dass viele Recyclingsysteme das innovative Material nicht erkennen oder Abbauzyklen aktuell zu kurz sind. Daher wird das Material in vielen Fällen verbrannt, wenn es entsorgt wird. Dies ist nicht ideal, ökologisch im Vergleich zu typischem erdölbasiertem Plastik aber weitaus weniger bedenklich, da lediglich das CO2 frei wird, welches die Pflanze gebunden hat. Wir binden unser Weizenstroh mit einem biobasierten Kunststoff basierend auf Milchsäure und Mais. Der Materialmix ist sehr lange haltbar und besticht dadurch durch eine gute Ökobilanz.

Reishülsen

Reishülsen befinden sich um das Reiskorn herum und werden bei der Reisernte normalerweise verbrannt. Es ist also ein sogenanntes Abfallprodukt, welches genutzt werden kann, um Produkte wie unseren Kaffeebecher herzustellen. Der Prozess ist somit sehr ressourcenschonend, da keine eigenen Rohstoffe für die Produktion angebaut werden müssen. Das Material wird unter starker Hitzeeinwirkung gepresst und mit Lignin, einem natürlichen Baumharz, gebunden. Das Endprodukt wird mit einer natürlichen Barriereschicht versehen, die aus dem Lebensmittelbereich bekannt ist, um deiner Spülmaschine stand zu halten. Das Material ist dadurch vollständig kompostierbar, sowohl im eigenen Garten, in der Natur, im marinen Umfeld und unter industriellen Bedingungen. Mehr zum Thema Reishülsen findet ihr auch in unserem Blog-Beitrag.

Reishülsen Grafik Kreislauf

Silikon

Silikon basiert auf Sand und wird vor allem in der Medizin- und Lebensmittelbranche aufgrund der hohen Hygienestandards eingesetzt. Silikon hat in Deutschland eine ausgesprochen hohe Recyclingrate. Wir nutzen Silikon vor allem zur Abdichtung von Gefäßen und Behältern, damit diese luftdicht und auslaufsicher verschlossen werden können.

Bambus

Bambus gehört zur Famile der Gräser, kann biologisch abgebaut werden und hat eine gute CO2 Bilanz. Was den Bambus wohl am meisten auszeichnet ist die sehr hohe Wachstumsgeschwindigkeit: In Wachstumsphasen kann diese bis zu 1m pro Tag betragen. Im Gegensatz zu herkömmlichem Holz ist es somit ein sehr schnell nachwachsender Rohstoff. Wenn man darauf achtet, dass Bambus Produkte nicht zu viel Feuchtigkeit bekommen und regelmäßig trocknen können, zeichnet sich Bambus durch eine hohe Lebensdauer aus. Zudem ist Bambus stabil, flexibel, robust und sehr leicht zugleich. Bambus wächst auf allen Erdteilen, mit der Ausnahme von Europa und der Antarktis. Der Großteil an Bambus kommt aus Asien, wo Bambus seit Jahrhunderten im Bau für Gebäude, Gärten und Sichtschutzwände genutzt wird.

Bambus

Bio-Baumwolle

Bio-Baumwolle ist besonders langlebig und strapazierfähig, daher fertigen wir unsere Jutebeutel und das Obstnetz aus dem aus Deutschland stammenden Material. Durch den biologischen Anbau sind keine Schadstoffe enthalten. Zudem sind faire Bedingungen sichergestellt.

Edelstahl

Edelstahl steht für eine sehr lange Haltbarkeit. Zudem ist das Material lebensmittelecht, rostfrei und spülmaschinengeeignet - perfekt für den tagtäglichen Gebrauch. Zwar wird in der Produktion viel Energie aufgebracht, jedoch sind die Produkte über viele Jahre - vielleicht sogar Jahrzehnte - nutzbar und dadurch in jedem Falle eine nachhaltige Wahl. Edelstahl wird heutzutage in der Regel aus Kostengründen nicht in Europa hergestellt. Durchdachte Lieferketten ermöglichen einen möglichst kleinen Co2-Fußabdruck. Somit gehört Edelstahl in jedem Falle zur Auswahl der besonders geeigneten Materialien für langlebige Produkte.

Zuckerrohr

Zuckerrohr ist der jüngste Zuwachs in unserer Produktfamilie. Wir haben ihn vor allem aufgrund der guten Recyclingfähigkeit und guten Co2-Bilanz gewählt. Genauso wie beim Weizenstroh und Reishülsen, handelt es sich hierbei um ein Nebenerzeugnis aus der Zuckerproduktion. Genutzt werden die Bestandteile des Zuckerrohrs, die nach den ersten 2 Pressungen übrig bleiben und aufgrund des geringen Zuckergehalts nicht optimal zu Zucker weiterverarbeitet werden können. Es entsteht ein erdölfreies Material, das am Ende des Lebenszyklus dem Wertstoffkreislauf wieder zugeführt werden kann. Das Zuckerrohr bindet viel Co2 aus der Atmosphäre. Nach den letzten Pressungen bleibt ein Reststoff, sogenannte Bagasse übrig, die zur Energiegewinnung in den Fabriken verbrannt wird. Die Asche wird auf den Feldern als Dünger genutzt. Eine zero waste Herstellung von Anfang bis Ende.