Zero Waste - Was steckt dahinter?

Müll in Glasbehälter - Zero Waste

Du schlenderst gemütlich bei schönem Wetter durch den Park oder die Stadt, möchtest deinen Müll vernünftig im Mülleimer entsorgen und das einzige was du antriffst: überfüllte Mülleimer, neben denen sich bereits weitere Haufen von Abfall ansammeln. Aber muss das wirklich sein? Nein, muss es nicht! Doch wie kannst du es schaffen, weniger Müll zu produzieren, um dem entgegenzuwirken? Der Zero Waste Lifestyle kann eine Lösung für dieses Problem sein.

Was ist Zero Waste?

Zero Waste bedeutet übersetzt schlichtweg Null Müll.

Der Zero Waste Lifestyle ist also eine Lebensweise, bei der du keinen Abfall produzierst. Gleichzeitig geht es allerdings auch darum, dass du den Wert deines Eigentums wieder anfängst zu schätzen und deine Produkte so lange wie möglich nutzt und wiederverwendest. Ein weiterer Punkt ist die Eindämmung deines Konsums, denn alles, was du nicht verwendest, muss auch nicht entsorgt werden und spart somit Müll.

Ganz allgemein gesagt: Der Zero Waste Lifestyle ist eine Philosophie basierend auf einer Reihe von Praktiken mit dem Ziel, Abfall auf das Geringste zu minimieren.

Entscheidest du dich für den Zero Waste Lifestyle, verpflichtest du dich quasi selbst zu einem verantwortungsvollem Handeln, vor allem der Umwelt gegenüber.

Das hört sich für dich jetzt wahrscheinlich erstmal unmöglich und radikal an und du stellst dir bestimmt einige Fragen. Wo fange ich an? Wie kann ich von jetzt auf gleich mein Leben umstellen und Zero Waste in mein Leben integrieren?

Um deinen Einstieg zu erleichtern, haben wir dir die 5 Praktiken, die sogenannten 5 R’s des Zero Waste zusammengestellt und wollen dir diese durch einige Beispiele näher bringen.

Die 5 R’s des Zero Waste

Die 5Rs des Zero Waste

Wie du auf unserem Schaubild bereits sehen kannst, lauten die 5 R’s:

Refuse, Reduce, Reuse, Recycle und Rot.

Während die ersten beiden Schritte Refuse und Reduce darauf abzielen, Abfall komplett zu vermeiden, geht es bei Reuse um durchdachten Konsum. Die letzten beiden Schritte Recycle und Rot zielen auf die Verarbeitung von Rückständen ab, die nicht vermieden werden konnten.

Was genau steckt hinter den 5 R’s?

Refuse

Übersetzt bedeutet refuse ablehnen und steht somit für das Ablehnen von allem, was du nicht benötigst. Ein gutes Beispiel hierfür sind Einweg-Plastikprodukte wie Strohhalme, Becher und Plastiktüten. Nutze stattdessen lieber deine wiederverwendbaren Produkte. Schnapp dir für deinen nächsten Einkauf deinen Jutebeutel und ein Obstnetz, lehne in der nächsten Bar den Plastikstrohhalm ab und lass dir den nächsten Kaffee unterwegs in deinen nachhaltigen To-Go Becher einfüllen.

Reduce

Dieser Schritt bezieht sich auf die Reduzierung von allem, was du benötigst und nicht ablehnen kannst. Konzentriere dich auf Qualität statt Quantität und hinterfrage deinen Konsum, zum Beispiel in Bezug auf deine Kleidung. Benötigst du wirklich noch ein zehntes Paar Jeans?

Reuse

Hier dreht sich alles um die Wiederverwendung von deinen Produkten. Wenn du diese möglichst lange wiederverwendest, werden weniger Ressourcen verbraucht und du boykottierst unsere heutige Wegwerfgesellschaft. Anstelle ständig Wasser in Plastikflaschen zu kaufen, lege dir einfach eine Trinkflasche zu, die du immer wieder auffüllen kannst. Und wenn du dir gerne etwas Neues zulegen möchtest, schaue immer zuerst, ob du es nicht irgendwo gebraucht kaufen kannst. Gleiches gilt für defekte Produkte. Kannst du sie vielleicht reparieren lassen und weiterhin nutzen?

Recycle

Recycling bedeutet die Wiederaufbereitung des Produktes zu einer neuen Form. Bei deinem Einkauf kannst du zum Beispiel darauf achten, in Glas oder Aluminium verpackte Produkte zu kaufen. Diese Materialien können im Gegensatz zu Plastik recycelt und nicht einfach verbrannt werden.

Rot

(von engl. to rot = verrotten) Der letzte Schritt steht für das Kompostieren. Wenn du Abfälle wie zum Beispiel Lebensmittelreste, Papier und organische Stoffe kompostierst, können Ressourcen zurück in die Erde gegeben werden. Durch das Kompostieren von Küchenabfällen entsteht zum Beispiel hochwertiger Dünger, welchen du direkt für deine Zimmerpflanzen oder deinen Garten wiederverwenden kannst.

Insgesamt dient der Zero Waste Lifestyle vor allem der Optimierung des Konsumkreislaufs. Wenn du so viele Produkte wie möglich wiederverwendest und durch z.B. das Einkaufen in einem Unverpacktladen auf Verpackungen verzichtest, entsteht automatisch weniger Abfall. Einige Produkte kannst du übrigens auch sehr gut selbst herstellen, wie z.B. Putzmittel.

Es erwartet niemand von dir, dass du von jetzt auf gleich dein gesamtes Leben auf den Zero Waste Lifestyle umstellst, denn:

Jeder kleine Schritt zählt

Zero Waste in allen Ehren, aber darum geht es uns nicht. Du musst nicht von jetzt auf gleich gar keinen Müll mehr produzieren, um etwas Gutes zu tun.

Es geht darum Konsum abzuwägen und einen Diskurs darüber zu eröffnen. Wie wollen wir mit unseren Ressourcen umgehen und wann ist Müll überflüssig und wann nicht? Fakt ist, der meiste Müll ist vermeidbar und das auch noch auf einfachste Weise. Wir schauen wo!

Wenn jede*r kleine Schritte geht, um weniger Abfall zu produzieren, ist das sehr wertvoll. Du kannst die 5 R’s des Zero Waste sehr gut als Leitfaden nutzen, um dein Leben Schritt für Schritt in Richtung Zero Waste zu gestalten.